Schöpfwerk Löwenberg

Schöpfwerk Löwenberg

Das Schöpfwerk Löwenberg liegt in der Achse der Löwenberger Landwehr, so dass das Wasser zu den Pumpen und zur Schleuse gleichmäßig und ohne Umlenkung geführt wird. Die Schneckenkammern liegen zum Teil unter der Deichstraße und werden mit einem Bauwerk überbrückt.

1982 nahm das neu erbaute Schöpfwerk Löwenberg erstmals den Betrieb auf.

Vor dem Bau des ersten Schöpfwerkes (1927) waren beim Rheinhochwasser von 1926 50% des Poldergebietes überschwemmt.

Dies hatte im wesentlichen folgende Ursachen:
In Löwenberg bestand noch kein Schöpfwerk, sondern nur die Schleuse. Zu Beginn eines Hochwassers wurde diese geschlossen.
Die geschlossene Schleuse hatte zur Folge, dass das Niederschlagswasser aus dem ca. 72 km2 großem Niederschlagsgebiet sich zunächst in den Vorflutern staute und dann über das Gelände ausbreitete.

Größere Überschwemmungen wären zu erwarten gewesen, wenn nicht während der 1. Hälfte des Hochwassers Niederschlagswasser über den Netterdenschen Kanal abgeflossen wäre. Deichbrüche bzw. eine Überschwemmung der Deiche waren nicht gegeben, denn zu keiner Zeit ist Wasser des Rheins in den Polder geflossen. Die Überflutungen entstanden ausschließlich durch Niederschlags- und Qualmwasser.

Das erste Schöpfwerk wurde 1927 in Betrieb genommen, hatte aber lediglich die Aufgabe tieferliegende Flächen in der Hetterniederung während der Wachstumszeit rückstaufrei zu halten. Die Leistung des Schöpfwerks entsprach den Anforderungen bei Sommerhochwässern des Rheins.

Schöpfwerk Löwenberg

Die Schöpfleistung ging bei größeren Winterhochwässern mit Förderhöhen über 5 m bis fast auf 0 zurück. Somit war man gezwungen die Vorflut neu zu orientieren und entsprechend den veränderten Verhältnissen die Vorflutanlagen neu auszurichten und zu betreiben.

Das Einzugsgebiet der Löwenberger-Landwehr (ca. 72 km²) wird trotz des strukturellen Wandels auch in weiterer Zukunft noch überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Dabei darf nicht verkannt werden, dass in einzelnen Bereichen die Besiedlung deutlich zugenommen hat.

Hier muss sichergestellt werden, dass in der Löwenberger Landwehr im Bereich der Schleuse Klein-Netterden auch bei extremen Hochwässern der Wasserspiegel die Marke + 13,0 m NN nicht wesentlich überschreitet.

Am Schöpfwerk schließt der volle Deichschutz zur Wasserseite hin an. Eine besonders ausgeprägte Deichkrone besteht nicht. Rund um das Auslaufbecken liegt das Gelände auf + 19,50 m ü. NN. Es wird als Betriebsgelände genutzt. Schöpfwerk und Schleuse sind als bauliche Einheit erstellt. Der gesamte Bauwerksblock hat eine Ausdehnung in der Gründungssohle von 53,00 x 15,00 m.

Links ist die Schleuse angeordnet und daneben die beiden Schneckenkammern. Einlauf und Auslauf für die Schneckenpumpen und die Schleuse sind jeweils in einem Block zusammengefasst

Unmittelbar an das Einlaufbauwerk schließen Flügelwände aus Stahlspundbohlen an, die mit einem Stahlbetonholm abgedeckt und durch Rundstahlanker gesichert sind. Jede Pumpenkammer ist gegen das Rheinwasser durch eine Rückstauklappe gesichert, den 2. Verschluss bildet ein Hubtor.

Neben den Antriebsmaschinen für die Schneckenpumpen sind auch alle zusätzlichen Betriebsteile im Hochbauteil des Schöpfwerkes untergebracht

Das Schöpfwerk Löwenberg wird ausgelegt für den Fall, dass das höchste Binnenhochwasser (HQ 25) mit dem Bemessungshochwasser des Rheines (BHW) gleichzeitig abläuft. Dabei beträgt die geodätische Förderhöhe (Hg) unter Berücksichtigung von möglichen Verlusten am Rechen und im Zulaufkanal Hg = 6,18m bei Qmax 7,4 m3/s.

In Anlehnung daran ist für das Schöpfwerk Löwenberg alleine aus Niederschlägen ein Abfluss von 6,45 m3/s ermittelt worden. Für diese Wassermenge, erhöht um das Qualmwasser aus den Bereichen der Deiche von ca. 0,95 m3/s, ist das neue Schöpfwerk zu bemessen, dass sind 7,40m3/s; entsprechend einer Abflussspende von 89 l/s km2 und Qualmwasser von 50 l/s km Deich = i.M. 102 l/s km2

Bereits bei geringem Hochwasser des Rheins bei etwa + 12,60 m NN im Auslaufbecken muss mit Rücksicht auf das insgesamt topografisch niedrige Verbandsgebiet/Poldergebiet die Schleuse gesperrt werden. Bereits jetzt endet der freie Abfluss durch die Schleuse. Die natürliche Vorflut ist gesperrt.

Bei steigendem Rheinwasserstand muss die Vorflut künstlich durch den Betrieb der Pumpen aufrecht erhalten werden.
Der Pumpbetrieb wird dann aufgenommen, wenn der Wasserspiegel in der Löwenberger Landwehr die Höhe des Mittelwassers +20 cm erreicht bzw. überschreitet, das ist bei 12,44 m NN + 0,20 m = 12,64 m NN.

Erreicht beim Abpumpen der Wasserspiegel in der Löwenberger Landwehr die Höhe von +12,44 m NN, schalten die Pumpen wieder ab.

Grundsätzlich wird beim Pumpen die Höhe des Mittelwassers in der Löwenberger Landwehr nicht unterschritten. Diese Höhe liegt 18 cm über dem Drempel der alten Schleuse und der Krone des Überfallwehrs in der neuen Schleuse mit +12,26 m NN.

2006 wurden die Gasmotoren gegen Elektromotoren ausgetauscht. Darüber hinaus wurden viele Prozesse im Schöpfwerk optimiert und automatisiert.

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